Ziel / Bildungsvereinbarung NRW

„Kinder möchten sich ein Bild von der Welt machen.“

Die Bildungsvereinbarung NRW beschreibt als Bildungsziel, Kinder in allen ihnen möglichen Entwicklungsbereichen zu begleiten, zu fördern und herauszufordern. Frühkindliche Bildungsprozesse gehen von der Eigentätigkeit der Kinder aus.

„Kinder möchten sich ein Bild von der Welt machen. Niemand sonst kann dies für sie tun. So betrachtet ist Bildung Selbstbildung. Wir verstehen Selbstbildung als Prozess, der den Blick auf das Kind richtet, dennoch aber nicht individualistisch geschieht, sondern personale, räumliche und sächliche Einflussfaktoren ein-bezieht. Kinder lernen und bilden sich über das, was sie mit ihren eigenen Sinnen wahrnehmen und im sozialen Bezug erfahren. Hierdurch erschließen sie sich ihre Umwelt, konstruieren sich ihre Bilder von der Welt und geben ihnen eine subjektive Bedeutung.
Dieser individuelle Verarbeitungsprozess knüpft an bereits vorhandene Erfahrungen und Vorstellungen an und entwickelt diese weiter. Kinder bilden sich nicht, indem sie fertiges Wissen und Können lediglich von anderen über- nehmen, sondern erst dann, wenn sie sich selbst damit auseinandersetzen. Sie bilden sich durch die Begegnung und Auseinandersetzung mit anderen Menschen und unterschiedlichen Situationen, die die gesamte Komplexität von Erfahrungsprozessen einbeziehen. Bildung ist damit ein sozialer Prozess, der im Kontext zum Kind und seiner Umwelt steht.
Hierbei stehen die individuellen Entwicklungsvoraussetzungen des Kindes immer im Zentrum dieses Prozesses. Das Wissen über die Stärken, Interessen und Bedürfnisse eines Kindes sowie seine Perspektive sind Ausgangspunkt für gelingende Bildungsprozesse. Sie sind ganzheitlich angelegt. Wir unterstützen die Kinder dabei, die Welt zu verstehen und vermitteln Erfahrungen, gestalten Umwelten, stellen Herausforderungen und sichern die Bedingungen.

„Wir geben den Kindern ausreichend Zeit, um ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Lernwege zu finden. Mit zunehmendem Alter der Kinder erhält zielgerichtete pädagogische Unterstützung stärkeres Gewicht, ohne dass das Grundprinzip – das aktive Kind – an Bedeutung verliert.“

Bildung umfasst in den ersten drei Lebensjahren die grundlegenden Bereiche

• Bildung der Sinne, einschließlich der Bewegung und Gefühle
• Bildung von Vorstellungswelt, Fantasie und szenischem Spiel
• Bildung der symbolischen Welt, insbesondere einer Sprachwelt
• Bildung der zwischenmenschlichen Beziehung

Darauf bauen wir folgende Bildungsbereiche auf

• Bewegung
• Wahrnehmung
• Sprache und Kommunikation
• Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
• Religion und Ethik
• Mathematische Bildung
• Naturwissenschaftlich-technische Bildung
• Spielen und Gestalten, Medien
• Körper, Gesundheit und Ernährung